
Inklusion
Inklusion bedeutet das selbstverständliche
Miteinander aller Menschen mit ihren
individuellen Stärken und Schwächen.
Inklusion bezieht alle Menschen mit ein!
Also auch dich und mich!
So wie wir sind!
Inklusive Arbeit soll allen(!) Menschen ermöglichen, teilzuhaben und sich wohl zu fühlen.
Was ist Inklusion?
Inklusion ist zunächst einmal ein Menschenrecht.
Genauso wie das Recht auf Freiheit, Eigentum, die Gleichheit vor dem Gesetz oder das Verbot der Sklaverei.
Inklusion sollte daher selbstverständlich sein, aber an der Umsetzung tut sich die deutsche Gesellschaft schwer: weil es Veränderung bedeutet und das Aufbrechen althergebrachter Strukturen.
Bei Inklusion geht es ganz einfach darum, dass jeder Mensch mit seinen individuellen Stärken und Schwächen selbstverständlich an der Gesellschaft teilhaben und sich wohlfühlen darf.
Leider wird diese Teilhabe weitgehend und immer noch nur ermöglicht, wenn man als Mensch einer gewissen Norm entspricht.
Weicht der Mensch zu stark in einzelnen Bereiche von dieser Norm ab, gibt es drastische Auswirkungen:
Man darf nicht die nächstgelegene Grundschule besuchen, sondern muss einen ungleich weiteren Schulweg zu einem geeigneten „Förderort“ auf sich nehmen. Jeden Tag.
Man kann bestimmte Veranstaltungen oder Räumlichkeiten nicht aufsuchen, weil dort keine geeigneten Toiletten oder Wege vorhanden sind, die man benutzen kann.
Man sollte besser gar nicht erst zur Welt kommen, weil sich eine Besonderheit ins Erbgut eingeschlichen hat.
Man wird jeden Tag beleidigt oder verhöhnt, weil man anders aussieht, an einen anderen Gott glaubt, andere Vorfahren hat oder sonstwie irgendwie anders ist.
Und wer hilft einem, wenn man zu „den Anderen“ gehört, die nicht selbstverständlich teilnehmen dürfen und keine Lobby besitzen?
Hoffentlich wird die Antwort auf diese Frage bald „die inklusive Gesellschaft“ sein, die Lösungen statt Probleme und Ausgrenzung schafft.
In diesem Online-Handbuch gibt es weitere ausführlichen Informationen zur Inklusion.
Wie funktioniert Inklusion?
Neben einem Verständnis, was Inklusion überhaupt bedeutet, geht es meiner Meinung nach vor allem um die richtige Haltung:
Suche ich nach Lösungen, um inklusive Prozesse zu starten und inklusive Strukturen zu schaffen oder suche ich nur nach Problemen und Schwierigkeiten, mit denen ich rechtfertige, nichts zu verändern?
Inklusion bezieht alle Menschen ein.
Man kann also in die inklusive Arbeit starten, ohne den Personenkreis maßgeblich zu verändern:
es geht darum, demokratische Strukturen zu schaffen, eine Inklusionsgruppe als wichtiges Gremium und Entwicklungsinstrument zu etablieren und mit dem Index für Inklusion zu arbeiten. Vom Index für Inklusion existieren inzwischen viele maßgeschneiderte Formate: für Schulen, Kindertagesstätten, Sportvereine usw.
Beispiel Schule:
Aus den (hoffentlich) demokratischen schulischen Gremien Kinderparlament, Lehrerkonferenz, Erzieherdienstbesprechung und Schulkonferenz werden Mitglieder für die Inklusionsgruppe gewählt. Je zwei Kinder, zwei Elternteile, Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen, Schulleitung und OGS-Leitung, Sonderpädagogen, Sozialpädagogen, Hausmeister und weitere mögliche Vertreter unterschiedlicher Professionsgruppe treffen sich einmal im Quartal als gewählte Inklusionsgruppe um gemeinsam zu arbeiten. Die wesentliche Arbeit in der Inklusionsgruppe findet mit dem Index für Inklusion statt: einer Art Anleitung und umfangreichen Fragensammlung, mit deren Hilfe man in die inklusive Arbeit einsteigen kann. Anschließend geht es darum, ein inklusives Schulprogramm zu entwerfen und dies ständig weiter zu entwickeln. Der Weg ist dabei das Ziel und Entwicklungen sind natürlich auch von den unterschiedlichen Menschen abhängig, die zusammenkommen. Aus der Arbeit mit dem Index für Inklusion entstehen Arbeitsgruppen: Arbeitsaufträge können an weitere schulische Gremien vergeben werden, werden bearbeitet und in der folgenden Inklusionsgruppensitzung wird Bericht über Fortschritt oder einen Abschluss erstattet oder Unterstützung angefragt.
Als Beispiele für Arbeitsschwerpunkte und Arbeitsgruppen, die sich aus der Arbeit einer Inklusionsgruppe mit dem Index für Inklusion ergeben haben, ergibt sich eine lange Liste: schulinterne Professionsbeschreibungen,
die Anschaffung eines Spielzeugscontainers und eine Spielzeugausleihe,
ein Konzept über die Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen,
Unterstützung von Flüchtlingsfamilien,
ein Nationenfest,
Erstellung einer Übersicht von Ressourcen im Umfeld der Schule,
ein Friedenskonzept,
Sauberkeit auf den Toiletten und vieles mehr.
Wirklich praktisch an der Arbeit mit dem Index für Inklusion ist die Tatsache, dass die enthaltenen Fragensammlungen immer(!) zu den größeren Baustellen führen, die als nächstes bearbeitet werden müssen.
Zudem enthält der Index für Inklusion Fragebögen, die nach Auswertung weitere wichtige Arbeitsschwerpunkte aufzeigen. An einer Schule können beispielsweise in einem Jahr alle Schüler, im nächsten Jahr alle Eltern und im dritten Jahr alle Mitarbeiter befragt werden, bevor es dann wieder mit den Schülern weitergeht. Erstellung und Auswertung derartiger Befragungen ist Aufgaben der Inklusionsgruppe.
Wer aus schulischer Sicht an weiteren Informationen interessiert ist, bitte einfach Fragen oder Anliegen an m.winter@kettelerschule-bonn.de
Zum Sport und Inklusion:
Im Sportverein sind Wunsch und Bereitschaft zu einer Veränderung für den Einstieg in die inklusive Arbeit maßgeblich. Die Etablierung demokratischer Strukturen und die Wahl einer Inklusionsgruppe können weitere wichtige Schritte sein. So können beispielsweise Teamkapitäne zwei Spielervertreter wählen, die Trainer zwei Vertreter bestimmten und Geschäftsführer, Elternvertreter, Sportliche Leitung und weitere Berufsgruppen als Mitglieder der Inklusionsgruppe auftreten. Das Thema Inklusion kann auch als wichtiger Tagesordnungspunkt auf der nächsten Mitgliederversammlung im Bewusstsein des Vereins verankert werden, um nächste Schritte einzuleiten.
Inklusion funktioniert nicht nach einem Schema: jede Schule und jeder Verein werden unterschiedliche Wege beschreiten und Profile entwickeln und damit zu einer vielfältigen Inklusionslandschaft beitragen können.
Das Leben von Vielfalt ist ein Kernkonzept der Inklusion.
„Den einen Weg gibt es nicht. Wichtig ist, dass Sie beginnen.“
(Zitat „Index für Inklusion im und durch Sport, S. 35)
Die nachfolgende Linksammlung soll eine Starthilfe in die Inklusion im Vereinssport darstellen.
Über gelungene Praxisbeispiele, Fragen oder einen Austausch freue ich mich unter minibasketball@gmx.de!
Links zum Thema „Sport und Inklusion“
| Links (Klick!) | Beschreibung |
| Index für Inklusion im und durch Sport | Wegweiser zur Förderung von Vielfalt im organisierten Sport in Deutschland. |
| Inklusion im und durch Sport | Ein Praxis-Handbuch mit Erfahrungsberichten und Empfehlungen wie Inklusion im Sportverein gelingen kann. |
| Leichter als du denkst! | Inklusion im Sportverein: Strategien für die Praxis. Vom Landessportbund NRW. |
| 11 Tipps und Infos „Inklusion und Sport“ | Erfahrungen aus einer gemeinsamen Trainingswoche von Kindern mit und ohne Behinderungen beim Karlsruher Sport Club (KSC) – Lebenshilfe Baden-Württemberg. |
| Inklusion durch Sport | Eine Handreichung für Sportvereine vom Landessportbund Niedersachen e.V. und dem Behinderten Sportverband Niedersachsen. |
| Online-Handbuch: Inklusion als Menschenrecht | Ausführliche Informationen zum Thema Inklusion als Menschenrecht. |
| Index für Inklusion | Ältere Ausgabe des schulischen Index für Inklusion als pdf. Neuere Ausgaben sind als gedruckte Versionen erhältlich. |
